Das Finanzministerium "betrügt", die Fed "spielt schlafend": Eine laufende Machtverschiebung
Am 19. August tat das Finanzministerium etwas, was die Fed nicht wagte – es drückte die Rendite der 30-jährigen Anleihe direkt auf 5,33 %.
Das ist kein QE, aber gefährlicher als QE.
Schauen wir uns zuerst an, was passiert ist.
Am 18. August stieg die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe auf 5,337 % – der höchste Stand seit 2007.
Zum ersten Mal seit 19 Jahren müssen die Amerikaner für 30-jährige Kredite mehr als 5,3 % Zinsen zahlen.
Die US-Staatsverschuldung hat gerade die 40 Billionen Dollar überschritten. Die Zinsausgaben übersteigen bereits die Ausgaben für die Krankenversicherung und sind die zweitgrößten Bundesausgaben nach der Sozialversicherung. Was bedeutet ein Zinssatz von 5,3 %? Das heißt, für jeden geliehenen 100 Dollar zahlt man allein im Jahr 5,3 Dollar Zinsen.
Der Anleihemarkt gerät außer Kontrolle.
Dann griff das Finanzministerium ein.
Das Finanzministerium kündigte plötzlich an, das Einzelrückkauflimit für Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar zu verdoppeln.
Beachten Sie einige Details:
Erstens: Vor zwei Wochen hatte das Finanzministerium gerade den Quartalsbericht zur Refinanzierung veröffentlicht. Dies war ein ungeplanter Notfalleingriff.
Zweitens: Am 30. Juli hatte das Finanzministerium die Gesamtmenge der Quartalsrückkäufe bereits von 30 auf 38 Milliarden Dollar erhöht. Dies ist kein Einzelfall, sondern eine kontinuierliche Erhöhung des Drucks.
Drittens: Nach Bekanntgabe der Nachricht fiel die Rendite der 30-jährigen Anleihe sofort um fast 10 Basispunkte von 5,33 % auf 5,18 %.
Der US-Dollar-Index verzeichnete den größten Rückgang seit drei Monaten. Gold stieg um 4 %. Die US-Aktien-Futures zogen durchweg an.
An der Wall Street nennt man das eine "verdeckte Operation" ("OT").
Was ist OT? Operation Twist. Die Fed hat das 2011 gemacht – kurze Anleihen verkaufen, lange kaufen, um die langfristigen Zinsen künstlich zu senken.
Aber diesmal ist es nicht die Fed, die das macht. Es ist das Finanzministerium.
Der Stratege der Deutschen Bank, George Saravelos, sagte wörtlich: "Die 'Operation Twist' ist da." Er nennt es "sanfte finanzielle Unterdrückung".
Das Finanzministerium setzt eine Kombination aus "kurzfristiger Anleiheemission und langfristigem Rückkauf" ein. Es gibt mehr kurzfristige Schatzwechsel aus, um Geld zu beschaffen, und kauft langfristige alte Schulden zurück. So werden die langfristigen Zinsen indirekt gedrückt, ohne die Fed zu involvieren.
Die Investmentfirma NISA kommentierte es noch direkter: "Das Finanzministerium verfolgt eine aggressive Strategie bei der Staatsanleiheemission."
In einfachen Worten: Sie sind direkt ins Spiel eingestiegen.
Die Frage ist – wer macht das?
Die Fed sagt immer: "Der Anstieg der Marktrenditen erledigt die Straffung für uns."
Am 29. Juli sagte Waller noch, er hoffe, der Anleihemarkt sende "reine Marktsignale" als politische Referenz.
Dann zerstörte das Finanzministerium mit einem Schlag dieses Signal.
Die Fed freut sich über steigende Zinsen, um die Inflation zu dämpfen. Das Finanzministerium drückt die Zinsen, um die Kreditkosten zu senken.
Das eine zieht nach oben, das andere drückt nach unten. Die Richtungen sind völlig entgegengesetzt.
Ein leitender Investmentmanager von Wilmington Trust brachte es auf den Punkt: "Waller steckt jetzt in einer sehr peinlichen Lage."
Noch härter ist dieser Satz: "Fed und Finanzministerium arbeiten im Grunde in entgegengesetzte Richtungen. Ich denke, das wird die Fed – die schließlich den größeren 'Werkzeugkasten' hat – zwingen, die Federal Funds Rate stärker anzupassen."
Was bedeutet das?
Wenn das Finanzministerium die langfristigen Zinsen drückt, wird die Wirtschaft stimuliert und die Inflation verschärft. Wenn die Fed eine unkontrollierte Inflation vermeiden will, muss sie aggressiver die Zinsen anheben, um gegenzusteuern.
Eine Abteilung gibt Gas, die andere muss bremsen. Das ist keine Zusammenarbeit, sondern gegenseitige Sabotage.
Mehrere ausländische Medien haben bereits gewarnt: Jede Form von "Nachfrageintervention" könnte vom Markt als Zeichen für eine Erosion der Unabhängigkeit der Fed interpretiert werden.
Joseph Brusuelas, Chefökonom bei RSM, sagte: "Wir bewegen uns langsam auf eine populistische Logik zu, die die Zentralbank zwingt, die fiskalischen Ziele zu unterstützen."
Das ist zehntausendmal beängstigender als Zinserhöhungen.
Zinserhöhungen sind Geldpolitik. Wenn das Finanzministerium direkt Anleihen kauft – das ist Machtverschiebung.
Wenn der Markt anfängt zu zweifeln, ob die Fed die Zinsen noch unabhängig kontrollieren kann, wie wird sich das auf die Preisbildung von BTC auswirken?
Im vergangenen Jahr ist BTC um 46 % gefallen, Gold um 33 % gestiegen. Angesichts einer Rendite von 5,3 % steigen die Goldpreise, während Bitcoin fällt.
Die Geschichte vom "digitalen Gold" funktioniert vor einer risikofreien Rendite von 5,3 % vorerst nicht.
Aber jetzt ändert sich das Drehbuch.
Das Finanzministerium greift persönlich ein, drückt die Zinsen – der Dollar fällt, Gold steigt stark, BTC erholt sich.
Kurzfristig ist das positiv. Die Liquiditätserwartungen verbessern sich.
Aber langfristig?
Wenn Finanzministerium und Fed anfangen zu streiten, wenn die Unabhängigkeit der Geldpolitik ins Wanken gerät, wenn "Regeln" durch "Interventionen" ersetzt werden –
Was bewertet dein BTC eigentlich?
Die Knappheit des "digitalen Goldes"? Oder die Option auf den Zusammenbruch des Fiat-Währungssystems?
Am 19. August fiel die Rendite der US-Staatsanleihen um 10 Basispunkte.
Manche jubelten: "Marktrettung gelungen."
Aber die eigentliche Frage ist – wer rettet den "Marktretter"?
Das ist kein Signal für eine Lockerung.
Das ist ein Signal für einen Vertrauensverlust.
$BTC$ETH$XAU#美财政部扩大长债回购,30年美债高位回落
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