Am 19. August stieg Bitcoin von etwa 64.000 USD steil an und erreichte intraday ein Hoch von 69.888 USD.
Innerhalb von 24 Stunden wurden Short-Positionen im Wert von 1,44 Milliarden USD ausgelöscht. 110.000 Personen wurden liquidiert.
In den sozialen Netzwerken ging es wieder los: „Der Bullenmarkt ist zurück!“ „Der Durchbruch über 70.000 ist zum Greifen nah!“
Moment mal.
Was unterscheidet diese Rally von den vorherigen?
Ist es eine echte Trendwende oder nur ein einmaliger Impuls?
Zunächst das Positive – diese Rally hat tatsächlich „Qualität“.
Erstens ist die makroökonomische Politik strukturell und keine kurzfristige Ansage.
Das US-Finanzministerium kündigte an, das Volumen der Rückkäufe von langfristigen Staatsanleihen von bisher 2 Milliarden USD pro Mal auf mindestens 4 Milliarden USD zu verdoppeln, beginnend am 9. September.
Das ist kein leeres Gerede, sondern eine geplante politische Maßnahme. Nach Bekanntgabe fiel die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen von 5,34 % (dem höchsten Stand seit 2007) direkt auf 5,19 %. Sinkende Renditen senken die Opportunitätskosten des Haltens von Bitcoin.
Zweitens sind die ETF-Mittel real.
Am 17. August flossen netto 297,6 Millionen USD in Bitcoin-ETFs, am 18. August weitere 189,3 Millionen USD, insgesamt 487 Millionen USD in zwei Tagen. BlackRock IBIT führt dabei.
Das kehrt den vorherigen anhaltenden Abfluss um. Das ist kein Gerede, sondern echtes Geld.
Drittens verbessern sich die regulatorischen Signale.
Das Weiße Haus veranstaltete ein Krypto-Treffen, Trump übte öffentlich Druck auf den Kongress aus, das „Clear Act“ zu verabschieden. Die SEC schlug gleichzeitig neue Regeln vor, die bestimmte Token-Emissionen von der Registrierungspflicht als Wertpapiere ausnehmen.
Die regulatorische Unsicherheit nimmt ab. Die Schutzvorrichtungen für institutionelle Investoren werden aufgebaut.
Viertens sind die On-Chain-Daten überwiegend positiv.
Der Nettoabfluss von Bitcoin aus Börsen setzt sich fort – Coins werden von Börsen in Cold Wallets verlagert.
Der Hebel nimmt ab. Die offenen Futures-Kontrakte sind um etwa 8 % gesunken. Der Markt „zockt“ weniger.
Das Wichtigste: Wale haben in 60 Tagen etwa 43.000 Bitcoin im Wert von 2,75 Milliarden USD akkumuliert. Damit endete der monatelange Abverkauf.
Das alles ist nicht „virtuell“.
Aber – jetzt kommt der harte Teil.
Erstens war die Short-Covering eine „einmalige Kaufwelle“.
Die Liquidierung von Short-Positionen im Wert von 1,44 Milliarden USD war ein erzwungener Kauf. Niemand kaufte proaktiv in Erwartung steigender Kurse, sondern die Shorts wurden gezwungen, zu schließen.
Solche Käufe verschwinden, sobald der Effekt nachlässt.
Danach braucht es echte Nachfrage, die übernimmt. Wo ist die echte Nachfrage?
Zweitens liegt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen weiterhin auf einem hohen Niveau seit 2007.
Obwohl sie von 5,34 % auf 5,19 % gefallen ist, bleibt 5,19 % ein 19-Jahres-Hoch.
Hohe Renditen bedeuten, dass risikofreie Erträge sehr attraktiv sind. Warum sollte Kapital ein Asset mit 30 % Volatilität riskieren?
Fundstrat-Analysten weisen darauf hin, dass die 30-Tage-Realvolatilität von Bitcoin auf eines der historisch niedrigsten Niveaus gefallen ist. In ähnlichen Phasen lag die Median-Volatilität der folgenden 60 Tage bei 30,2 %, mit vier Auf- und vier Abwärtsbewegungen.
Niedrige Volatilität geht oft mit großer Volatilität einher, aber die Richtung ist ungewiss.
Drittens hat das kumulierte Defizit der USA im Haushaltsjahr 2026 bereits 1,8 Billionen USD erreicht. Im Juli betrug das Defizit 432 Milliarden USD, der höchste Wert seit März 2021.
Was bedeutet 1,8 Billionen USD? Es übersteigt bereits das gesamte Haushaltsjahr 2025. Für das ganze Jahr wird ein Defizit von über 2 Billionen USD erwartet.
Die Regierung stopft die Lücken durch Anleihen. Wie sollen die Renditen fallen?
Viertens verkaufen langfristige Halter.
In den letzten 30 Tagen ist der Netto-Bestand der langfristigen Halter stark gesunken. Obwohl ich die genaue Zahl von 356.000 Bitcoin nicht unabhängig verifizieren kann, ist der Trend klar – einige der standhaftesten Investoren ziehen sich zurück.
Auf der einen Seite kaufen Wale, auf der anderen Seite verkaufen langfristige Halter. Wer hat Recht?
Ist 69.000 USD der Anfang oder das Ende?
Ich weiß es nicht. Du weißt es nicht. Niemand weiß es.
Aber es gibt einige Indikatoren, die du beobachten kannst:
Erstens, kann der Zufluss von ETF-Geldern anhalten?
4,87 Milliarden in zwei Tagen sind schön, aber wenn am dritten Tag ein Abfluss folgt, war die Rally nur ein kurzes Aufbäumen.
Zweitens, kann Bitcoin sich über 65.000-66.000 USD halten?
Das ist die entscheidende Unterstützungszone. Wenn das nicht gelingt, ist alles hinfällig.
Drittens, kann die Rendite der US-Staatsanleihen wieder in einen Abwärtstrend zurückkehren?
Wenn die Rendite wieder über 5,3 % steigt, geraten alle Risikoanlagen unter Druck.
Setze nicht auf Meinungen, um die Richtung zu wetten, sondern nutze Indikatoren zur Beurteilung.
Diese Rally wird von strukturellen Faktoren gestützt – Politik, Kapital, Regulierung, On-Chain-Daten zeigen echte Verbesserungen.
Aber es gibt auch strukturelle Belastungen – hohe Renditen, hohes Defizit, Verkäufe von langfristigen Haltern.
Welche Kraft ist stärker?
Lass die Daten sprechen.
$BTC$ETH$SOL#BTC突破69000美元,这轮上涨能走多远?
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